Treppen-Tipps

24. November 2008 · Keine Kommentare

Gerade oder gewendelt, mit Spindel oder Podest, Holz pur oder ein Materialmix, deckend lackiert, transparent lasiert oder nur geölt? Die Wünsche an den modernen Treppenbau sind ebenso vielfältig wie die Fragen zahlreicher Bauherren, wenn es um die Auswahl einer wirklich passenden Treppe geht. Hersteller sind natürlich darauf eingerichtet und bieten eine breite Palette von ansprechendem Treppendesign. Doch so einfach wie der Kauf eines Wohnzimmerschrankes ist die Auswahl meistens nicht. Deshalb einige Tipps, worauf zu achten ist.

. Primär entscheidend ist immer der Platz, der einer Wohnungstreppe zugewiesen wird. Eine Treppenraumfläche von unter drei Quadratmetern weist meist auf eine sehr kleine und somit auch steile Treppe hin.

. Größtenteils werden Treppen heute viertel- oder halbgewendelt geplant, drehen sich also von der Antrittsstufe bis zum Austritt um 90 oder 180 Grad. Eine wirklich bequem begehbare Treppe mit einer nutzbaren Laufbreite von 90 bis 100 cm beginnt ab circa 3,5 Quadratmetern.

. Je flacher der Winkel, desto bequemer und sicherer wird eine Treppe, wobei zwischen 22 bis 45 Grad immer gilt: Zweifache Steigung plus ein Auftritt = 59 bis 65 cm Schrittmaß.

. Entscheidend ist die Bauweise der Treppe, also klassisch mit Wandwange oder offen wirkend, wobei hier die Stufen nur mit schallmindernder Bautechnik direkt in der Wand verankert werden sollten.

. Ob Treppenbauart und Geländer stabil genug sind – Fachleute sprechen hier von der Verkehrsbelastung -, darüber gibt der bauaufsichtliche Standsicherheitsnachweis Auskunft. Ihm liegt die DIN 1055 zugrunde (Lastenannahme für Bauten, Verkehrslasten). Demnach muss eine Wohnungstreppe pro Quadtratmeter Grundrissfläche 300 kg aufnehmen und das Geländer pro Laufmeter 50 kg Seitendruck in Handlaufhöhe standhalten.

. Alle Treppenkonstruktionen benötigen einen entsprechenden Nachweis ihrer Standsicherheit in Form einer bauaufsichtlichen Zulassung, der für viele Bauprodukte inzwischen europaweit vereinheitlicht wurde.

. Mit der “Europäischen Bauprodukte-Richtlinie” hat die EU ein Verfahren ermöglicht, mit dem Verbraucher Sicherheit und Qualität eines Produktes besser kontrollieren können. Allerdings sollte diese Kontrolle immer in Zusammenhang mit den regionalen Bau-Vorschriften gesehen werden, denn eine europäische Zulassung bedeutet noch lange nicht, dass die Treppen den hierzulande geltenden Regeln entsprechen. Darüber geben die Kennwerte des Zeugnisses Auskunft.

. Von diesem Nachweis ausgenommen sind lediglich die so genannten “handwerklichen Holztreppen”, deren Stabilität man seit Jahrhunderten kennt. Gemeint sind gestemmte und teilweise auch aufgesattelte Wangentreppen. Voraussetzung ist, dass die Konstruktion den Regeln der Handwerksverbände des Zimmerer- und Tischlerhandwerks entsprechen.

. Sehen Sie sich vor der Entscheidung in einem Treppen-Studio nicht nur die verschiedenen Varianten an und begehen sie probeweise, sondern lassen Sie sich auch ausführlich bezüglich Normen und Vorschriften von einem Treppen-Fachmann beraten.

Neben allen sicherheits- und bequemlichkeitsrelevanten Aspekten zählt natürlich zu den wichtigsten Auswahlkriterien das Design. Beginnend bei der Holzsorte, sollten für Treppen grundsätzlich Harthölzer ausgesucht werden. Variantenreichtum entsteht außerdem durch unterschiedliche Geländerausführungen und durch attraktive Lasur- beziehungsweise Farbanstriche. Beim Geländer wird viel mit Edelstahl oder Glas kombiniert. Wird Farbe gewünscht, so sind derzeit dunkel getönte Lasuranstriche im Trend. Naturbelassene Holztöne sind jedoch nach wie vor die Favoriten. Auch Anstriche auf ökologischer Basis (ölen, wachsen) kommen immer öfter zum Zuge.

Weitere Informationen zum Thema im Treppenportal unter www.treppen.de/.

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Kategorie: Hausbau

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