Das Umweltbewusstsein der Bundesbürger wächst stetig weiter. 2011 hat der Zuwachs von Photovoltaikanlagen den bisherigen Rekord von 2010 noch einmal überboten. Das geht aus einer vorläufigen Auswertung der angegebenen Daten aus dem letzten Jahr hervor. Endgültige Zahlen wird die Bundesnetzagentur voraussichtlich aber erst im März dieses Jahres vorlegen können.
Bei steigendem Zuwachs drohen weitere Einschnitte
Diese Entwicklung ist für die umweltbewussten Bauherren jedoch auch mit einem Wermutstropfen behaftet. Aufgrund des hohen Angebots sind die Vergütungssätze für Solarstrom seit 2006 um über 50 Prozent gesunken und werden voraussichtlich bis 2013 weiter reduziert. Darüber hinaus sinken die Fördersätze der Bundesregierung proportional zu dem wachsenden Zubau von Photovoltaikanlagen. Dennoch leiden die Zuwachsraten in den letzten Monaten nicht. Der Grund dafür ist, dass die Preise für Photovoltaikanlagen schneller fallen als die Fördersätze, so dass sich der Ausbau unterm Strich immer noch positiv niederschlägt. Wenn diese Entwicklung stabil bleibt, ist der angestrebte Anteil von Solarstrom am gesamten Stromverbrauch für 2022 bereits 2015 erreicht. Darüber hinaus wird der deutsche Markt mehr und mehr von Solaranlagen chinesischer Billiganbieter überflutet. Dabei bleiben deutsche Produzenten wie der Solarmodulhersteller Solon auf der Strecke. Das Unternehmen musste bereits im letzten Jahr Insolvenz anmelden.Unklare Politik verunsichert den Verbraucher
Im Dezember 2011 wurden so viele neue Anlagen wie nie zuvor gemeldet. Das hängt eng damit zusammen, dass die Grenze nach den Richtlinien des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) für die Förderung von Solaranlagen im Januar 2012 voraussichtlich erreicht würde, so dass eine Förderkürzung von 15 Prozent abzusehen war. Aufgrund des anhaltenden Booms im Solarstromzuwachs fordern Philipp Rösler (FDP) und Norbert Röttgen (CDU) noch stärkere Einschnitte bei der Solarstromförderung. Bis zum 25. Januar wird von Bundesumweltminister Röttgen die Vorlage eines Konzeptes für das weitere Vorgehen erwartet. Indes kritisieren Verbraucherschützer die wankelmütigen Förderversprechen der letzten Jahre und die Umweltorganisation Greenpeace sieht in der drohenden Kürzung gar eine Zerschlagung der Photovoltaik Förderung. Gleichzeitig rutschen die Börsenwerte von deutschen Unternehmen weiter in den Minusbereich. Solarwerte gehören in den letzten Wochen zu den deutlichen Verlierern innerhalb des Technologiesektors.
Nach den bisherigen Erfahrungen ist zu erwarten, dass die Verunsicherung durch die andauernde Diskussion um weitere drastische Einschnitte in der Solarstromförderung die potentiellen Investoren weiter verunsichern werden. Die angekündigte Energiewende wird weiter torpediert. Bliebe die Zuwachsrate der letzten Jahre jedoch stabil, läge in diesem Jahr der Anteil von Solarstrom am gesamten Stromverbrauch bei erfreulichen vier Prozent. Bei einer stabilen Entwicklung läge er im Jahr 2020 bei über zehn Prozent. Damit würde der Solarstrom bei entsprechender politischer Förderung zu einem Motor der Energiewende.







