Bericht zur Konferenz Next08 in Hamburg

21. Mai 2008 · 1 Kommentar

Heute mal ein Thema etwas abseits vom Eigenheim, aber wir bei den Haus-Experten versuchen, die Trends im Netz mitzubekommen. Deshalb haben wir auch die Next08 besucht und wollen gern unseren Lesern unsere Eindrücke mitteilen.

Die Next08 fand wie die Jahre zuvor, in Hamburg statt. Veranstaltungsort war das Museum Prototyp in der Hafencity. Das Motto lautete: Get realtime.
Die Konferenz ist professionell von Sinner & Schrader organisiert. Vor Ort sah ich im Programm, dass aus dem Hausbau-Bereich ImmobilienScout als Sponsor dabei war.

Das Programm der Konferenz findet sich auf der Next08 Homepage.

Es ist allerdings nicht das korrekte Programm, da einige Sessions als parallel im timetable angezeigt werden, die in Wirklichkeit hintereinander stattfanden.

Jede Session wurde auf Video aufgenommen. Die Videos werden nach und nach unter der oben geposteten Adresse hinter dem jeweiligen Programmbeitrag ins Netz gestellt. Das ist insbesondere deshalb positiv, da teilweise vier Veranstaltungen gleichzeitig liefen und man sich immer entscheiden musste, was man anhören will. Jeder kann darauf zugreifen, weshalb wir sie nicht extra herunterladen müssen.

Hier möchte ich ein paar Eindrücke schildern von Themen, die ich interessant fand:

Geraldine Wilson Vice President of Yahoo Connected Life erklärte, warum Yahoo jetzt auf Mobile setzt.
Es gibt mittlerweile deutlich mehr Handys als Computer und die Leute tragen es ständig mit sich herum. Die Geschwindigkeit für den Internetzugriff vom Handy ist gestiegen. Durch Flatrateangebote ist ihrer Ansicht nach die größte Hürde gefallen, warum Leute nicht ins Netz per Handy gegangen sind. Gleichzeitig sieht sie mit Handys wie dem IPhone jetzt Geräte am Markt, die es für den Kunden angenehm machen, im Netz zu surfen. So gibt es Untersuchungen, dass IPhone Nutzer deutlich häufiger ( 10 x mehr) als der Rest auf das Netz zugreifen. Das kann natürlich auch an der Käuferschicht des IPhones liegen. Durchschnittlich nutzen 20 % der Handynutzer ihr Handy, um ins Netz zu gehen. In Deutschland liegt die Rate wohl noch niedriger.

Ziel von Yahoo ist es, den Nutzern bei Fragen auf dem Handy keine Links sondern eine richtige Antwort auf ihre Frage zu liefern. Inwieweit das gelingt, bleibt abzuwarten. Yahoo hat eine eigene Plattform für die Publisher entwickelt. Der Rest des Vortrages war Werbung für Online Werbung am Beispiel von Renault, wo es wohl eine hohe Brandawareness gab.

Matt Cohler von Facebook hat leider nicht viel Neues erzählt. Es ging um die Geschichte von Facebook und er lobte den Start in Deutschland. Fragen wie dem Problem fehlender AGBs für die einzelnen Länder, da man die Seiten von Nutzern übersetzen lässt, was bei den Rechtshinweisen so natürlich nicht klappt, wich er aus.

Mike Jennings von Google stellte Android (http://code.google.com/android) und die Open Handset Aliance vor. Der OHA gehören 30 unternehmen an. Es ist open source, so dass man sich kurze Patchzeiten erhofft. Mit Android will Google den Handymarkt erobern. Mir fehlt das technische Detailwissen, um hier eine Einschätzung abgeben zu können. Im Saal war das Publikum sehr angetan.

Den Vortrag von Steve Rubel von Edelman mit dem Titel „10 Trends that Will Shape Your Digital Future“ fand ich richtig gut. Er hat knackig zusammengefasst, worauf es seiner Ansicht nach ankommt. Ich empfehle, sich den Vortrag einfach anzusehen, wenn er als Video vorhanden ist, was diese Woche der Fall sein sollte. Versprochen waren die Videos bereits für Ende letzter Woche. Stichpunkte zum Vortrag sind Attention Crash, Living Room 2.0 und Geek Marketeers.

Es folgte ein von Sascha Lobo moderierter Elevator Pitch, bei dem junge Startups sich in kurzer Zeit vorstellen konnten.

Hier die Startups in kurzer Reihenfolge:

Amazee: Eine Open Project Plattform mit einem 10.000 Euro Gewinnspiel bis Ende August.

Knipz: Spiele-Design für Unternehmen.

Jupidi: SMS anonym verschicken. Könnte ein Renner bei Jugendlichen zum Dating und flirten werden. Zudem war es der beste Vortrag.

Moodmixer: Empfehlungen für Produkte.

Communipedia: Suche für Community-content. Eine Kennung zum Einloggen, was bei Facebook problematisch werden dürfte.

Telewebber: Eine real time TV-Community, bei der man beispielsweise Werbung erraten spielen kann. Sieht sich als virtuelle TV-Couch und Marktforschungsinstrument. Als Vorteil wird angepriesen, dass man zeitgleich zur Werbung Links einblenden kann, was sicherlich zukünftig interessant als Crossmedia-Projekt bei TV im Internet wird.

Foodorder: Bestellung von Essen über diverse Kanälewie Twitter oder Facebook.

MikeStar: Karaoke Community, allerdings nicht ohne Konkurrenz in Deutschland.

Toksta: Ein Instant Messenger für Communities.

Justaloud.com: Musikshop mit Community. Ziel ist es, Musik passend zum Geschmack des Nutzers anzubieten.

Stove Boyd von Message hat sich grundsätzliche Gedanken gemacht, wie die „social revolution“ im Netz Unternehmen und Individuen beeinflusst. Wenig Handhabbares. Interessant ist seine These, dass die Kinder von heute eMail als böse ansehen und lieber Textmessages nutzen. Die Frage, wie der Eintritt dieser Generation sich auf die Unternehmenskommunikation auswirkt, kann er aber auch nicht sagen. Auch bei ihm ist wie bei so vielen Anderen auf der Konferenz, Twitter ein wichtiges Thema.

Jimmy Mayman von Go Viral hat ein schönes Beispiel für eine erfolgreiche virale Kampagne gezeigt. Es ist die Quashquai Campain z.B. hier zu sehen: http://de.youtube.com/watch?v=fssT6ozyEy8&feature=related

Nate Elliott von Jupiter Research hat über den Erfolg und Misserfolg von Online-Kampagnen berichtet. Er stellte klar, dass man Teil des Gesprächs werden muss. Die meisten social Marketing Campaings haben es nicht geschafft, die Nutzer dazu zu bringen, sich einzubringen.

Die meisten Marketingfachleute haben keine Idee, wie sie den Erfolg einer solchen Kampagne messen sollen.

Er stellt folgende Regeln auf:

1. Your messages are not going to promote themselves.

2. If you not promote your viral campaign, nobody will know it.

3. If you are not measuring the results, you waste your money.
Elliot hat insbesondere festgestellt, dass viele vor Beginn der Kampagne promoten, aber nicht während sie läuft, was regelmäßig einen starken Traffic-Einbruch nach dem Beginn verursacht. Elliot weist noch darauf hin, dass selbst simple Gewinnspiele den Traffic enorm steigern.

Jochen Wegener sprach mit Katharina Borchert zusammen über Bürgerjournalismus im weitesten Sinne. Dabei ging es insbesondere um die Beteiligung von Nutzern in Form von Kommentaren etc. auf der Webseite. Beide hatten sehr positive Erfahrungen gemacht. Bei Focus online werden die Beiträge vorher alle Korrektur gelesen, auch nachts um 3 Uhr.

Sören Stamer von Core Media hat einen Vortrag über Enterprise 2.0 gehalten, d.h. Web 2.0 im unternehmen. Er hat es als Selbstversuch gestaltet und sein Unternehmen im letzten Jahr nach der vorherigen Next umgestellt. Der Vortrag ist ein Bericht, was erreicht wurde. Es ist recht erstaunlich, da für ihn Enterprise 2.0 nicht nur Einbezug von Blogs etc. ist, sondern auch eine Änderung der Unternehmenshierarchie. Es geht um Beschleunigung durch Abbau von hierarchischen Bremsen und die Entfaltung von kreativem Potential. Einfach mal in den Vortrag hineinschauen, er ist bereits online.

Volker Gaßner hat die neue Webstrategie von Greenpeace im Netz vorgestellt. Viel Eigenwerbung. Greenpeace setzt mehr auf bewegte Bilder. Man hat Blogs entdeckt und man will bei größeren Aktionen demnächst twittern. Gleichzeitig wird versucht, eine Community aufzubauen, wovon bisher Online noch nichts zu sehen ist. Warum sie twittern hat sich mir nicht erschlossen, zumal die Infos gerade bei den Aktionen von Greenpeace auch zu einem frühzeitigen Scheitern führen können. Es wirkte deshalb ein wenig so, als ob man unbedingt auf etwas Neues setzen will.

Als Fazit bleibt, dass die Next wirklich interessante Ideen bieten kann. Sie ist hochkarätig besetzt. In den Gesprächen in den Pausen und auf der anschließenden Partie kam man gut in Kontakt. Dank der großen Namensschilder sah man auch sofort, mit wem man redete. Ich finde, der Besuch hat sich gelohnt.

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Kategorie: Hausbau

Eine Reaktion zu “Bericht zur Konferenz Next08 in Hamburg”

  1. Phillip Köster

    Ich hatte überlegt, hinzufahren. Das nächste Mal werde ich dann wohl doch hinfahren. Es scheint, als habe ich was verpasst. Danke für dne Hinweis zu den Videos!

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